Tagung der Mitgliederversammlung am 20. Und 21.Mai 2006 in Königslutter

 

Antrag des Distriktsvorsitzenden von Oberbayern ( C) Erhard Seibt, DC4RH

 

Text des Antrages:

Die Mitgliederversammlung möge beschließen:

Im Interesse eines ungestörten weltweiten Funkverkehrs aus Anlass des seit vielen Jahren bestehenden  „Jamboree on the Air“ (JOTA) wird der Worked all Germany Contest (WAG) entweder:

-         auf einen anderen Termin verlegt, oder

-         in einen zweigeteilten Wettbewerb mit CW- und SSB-Teil umgewandelt, von dem am3.Oktoberwochenende nur der CW-Teil stattfindet.

Das zuständige Referat wird vom Vorstand beauftragt, eine für das JOTA und den WAG akzeptable Lösung zu finden.

 

Begründung:

1.      Das internationale Jamboree on the Air (JOTA) ist eine weltweite Veranstaltung mit etwa 1000 Amateurfunkstationen, bei dem sich ca. 500 000  Pfadfinder aus aller Herren Länder auf den Bändern treffen und Kontakt untereinander aufnehmen.

2.      Beim JOTA sind junge Pfadfinder, denen der Gedanke der Völkerverständigung genau so am Herzen liegt wie uns Funkamateuren, mit großer Begeisterung an dieser besonderen Amateurfunkaktivität beteiligt. Für den DARC und seine Mitglieder sitzt bei dieser Veranstaltung ein beträchtliches Potential für den Amateurfunknachwuchs an den Funkgeräten, mit dem wir aber nur rechnen können, wenn wir die jungen Pfadfinder nicht schon bei dieser Aktivität im Jahr durch chaotische  bis rücksichtslose Verhältnisse auf den Bändern verprellen.

3.      Schon jetzt weichen etliche Pfadfinder auf das JOTI (Jamboree on the Internet) aus und gerade das ist nicht in unserem interesse, denn sie sind damit für den Amateurfunk wegen „schlechter Erfahrung“ verloren.

4.      Pfadfinder werden mit um so größerer Freude an dieser Aktivität teilnehmen, wenn sie auch wirklich weltweite Verbindungen zustande bringen und diese auch bei mäßigen Bedingungen für sie noch verständlich sind. Während geübte Funkamateure auch bei starken QRN und QRM durch benachbarte Stationen noch Informationen, auf jeden Fall aber einen Rapport austauschen können, ist das bei Pfadfindern in aller Regel nicht der Fall. Für sie ist das Verstehen einer Gegenstelle auf Kurzwelle schon bei leichten Störungen schwierig. Wenn bei DX-Verbindungen mit selektivem Schwund und starkem Fading noch „dicke“ Stationen im kHz-Abstand dazu kommen ist es fast unmöglich. Dazu kommen ungewohnte Hilfsmittel wie Q-Gruppen, Amateurfunk-Abkürzungen, dass internationale Buchstabieralphabet und die Verwendung einer Fremdsprache, die das Verstehen erschweren.

5.      Der Worked All Germany Contest(WAG) war bis zur Wende eine kleine weitgehende unbeachtete Veranstaltung aus dem heutigen Ostteil von DL. Heute ist in DL während des WAG halbwegs geordneter Betrieb von JOTA-Stationen, die überwiegende Portabel-Stationen mit geringer Antennenausstattung sind, nicht mehr möglich, da sie durch die starken Conteststationen regelrecht „gebügelt“ werden. Ein Ausweichen auf die WARC-Bänder tagsüber bringt wenig, weil andere „contest-unwillige“ Stationen ebenfalls auf die WARC-Bänder ausweichen. Auch die Freigabe des KW-Bereichs für die frühere Lizenzklasse 2 hat die Zahl der Conteststationen zunehmen lassen.

6.      Die Gründe für die seinerzeitige Festlegung des WAG-Termins auf das JOTA-Wochenende können nicht nachvollzogen werden. Vermutlich hat man einen Termin gesucht, an dem kein anderer weltweiter Contest stattfand. Der Termin 3.oktoberwochenence ist aber bei Einführung des WAG möglicherweise nur deshalb „contestfrei“ gewesen, weil die Amateurfunkvereinigungen anderer Länder den JOTA-Termin bewußt nicht durch zusätzliche Contest-Aktivitäten beeinträchtigen wollten. Hier soll beispielhaft auf die starke Unterstützung der ARRL für den JOTA hingewiesen werden. Sie hat die Werbewirksamkeit verstanden und würde sicher keinen Contest auf diesen Tag legen!

7.      Die jetzige Situation ist so, als würde am gleichzeitig mit dem WAG einen qrp-Wettbewerb stattfinden lassen. Wenn der DARC und die IARU den JOTA-Gedanken nicht verkümmern lassen wollen, muss der WAG weichen oder abgemildert werden. Anderenfalls verrichten wir bewußt auf Amateurfunknachwuchs und auf zukünftige Mitglieder im Club.

8.      Pfadfinder werden um so eher bereitwillige Gesprächspartner auch von Nicht-Pfadfinderstationen aus aller Welt finden, wenn parallel kein Contest läuft. Die Zahl der derzeit weltweit teilnehmenden Stationen ist vermutlich sogar größer als bei vielen Contesten. Für die Belegung der Bänder bedarf es dann an diesem Wochenende nicht noch eines zusätzlichen Groß-Contestes.

9.      Am JOTA-Wochenende hat ein weltweiter SSB-Contest auf den KW-Bändern im Interesse der JOTA-Aktivitäten nichts verloren, wenn wir die Chance nutzen wollen, auch aus Pfadfinderkreisen jungen Menschen für den Amateurfunk und für den Club zu gewinnen. Für kein anderes Land ist die Beeinträchtigung durch den WAG so groß wie gerade für DL! Das denkbare Gegenargument, die Zahl der Jamboree-Stationen (in DL) ginge ohnehin zurück, verwechselt möglicherweise Ursache und Wirkung.

 

Der DVV Westfalen-Süd stellt mit einem weiteren (kürzer begründeten ) Antrag ebenfalls die Forderung nach Verlegung des WAG.