Denkschrift

 

Mit Bestürzung habe ich zur Kenntnis genommen, daß Anträge zur Demontage des WAG-Contestes zur Beschlußfassung auf der nächsten Mitgliederversammlung vorliegen.

 

Nahezu jedes Land führt, veranstaltet durch seinen IARU-Mitgliedsverband, alljährlich einen internationalen Contest durch. Diese Präsentationen der Veranstalterländer auf dem Gebiete des Amateurfunksportes erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Das gilt auch für den Worked-All-Germany-Contest, der nun seit 1990 das gesamte Deutschland präsentiert. Aber auch die Vorgänger, WADM- und WAY2-Conteste, verbuchten wachsende Teilnehmerzahlen. Die DDR war schließlich Mitglied der IARU.

 

Contestkalender widerspiegeln die internationale Situation sehr anschaulich. Er gibt praktisch kein contest-freies Wochenende - es sei denn, daß ein Monatskalender 5 vollständige Wochenenden ausweist.

Wohin soll nun nach Vorstellung der Antragsteller der WAG oder Teile davon verlegt werden? Eine Kollision gleich welcher Art ist in jedem Fall unausweichlich. Andererseits würde eine Verlegung des WAG auch die Folge haben, daß andere Länder sofort dieses Wochenende für sich in Anspruch nehmen, so daß Jamboree In The Air perspektivisch auch nichts davon hat.

 

Betrachten wir die im Antrag genannten 1000 Jaboree-Stationen nicht nur als runde Zahl, so hat der WAG-Contest immerhin greifbare 1000 Logs zu bieten, wobei die echte Teilnehmerzahl - also einschließlich der Nichtabrechner - weit, weit höher liegt. 2005 waren es über 7000 !

 

Nach meiner Auffassung hat jede Entscheidung gegen den WAG etwas mit politischer Blindheit zu tun. Im WAG präsentieren deutsche Funkamateureinternational im sportlichen Wettkampf ihr Land. Wollen die Antragsteller auf  ihre Art und Weise ihre Vaterlandsliebe dokumentieren ? Man sollte froh und glücklich darüber sein, daß durch den WAG-Contest so viel Amateurfunk-Aktivität

weltweit produziert wird. Deutschland steht am 3. Oktober-Wochenende im Mittelpunkt !

Das Argument des Interessenverlustes bei Jamboree-Teilnehmern am Amateurfunk und ggf. an einer Mitgliedschaft im DARC ist keinesfalls so tiefgreifend wie hier suggeriert wird (vgl. den direkten Mitgliederzuwachs) und hat schließlich auch eine zweite Seite:

Will man etwa riskieren, daß sich noch mehr Funkamateure durch den DARC nicht mehr vertreten fühlen und diesen folgerichtig verlassen? Die Gründung eines neuen Vereins für aktive Funkamateure Deutschlands wäre auch nicht auszuschließen.

 

Wer sich noch nicht mit dem Deutschland-Contest beschäftigt hat, dem bieten die Seiten 216 bis 218 der CQDL 3/2006 dazu ausreichend Gelegenheit.

 

Hardy, DL3KWF